Wie Teams gute Entscheidungen treffen können.



"Hinterher ist man immer schlauer", sagt der Volksmund. Darum besser schon vorher die richtigen Entscheidungen treffen. Aber wie können wir als Team gute Entscheidungen treffen? Es gibt verschiedene Fragen, die uns helfen, unsere Entscheidungen vorher einer Prüfung zu unterziehen.

Hier nur eine kleine Auswahl:

A) Sind wir bereit, Querdenker anzuhören?

Meine Erfahrungen mit vielen Teams zeigen, dass zwar ein Austausch stattfindet, aber einander zu wenig zugehört wird und Querdenker mundtot gemacht werden. Es wird diskutiert, aber vor allem in gewohnten Bahnen gedacht und entwickelt. Wenn wir aber Querdenker*innen miteinbeziehen und die Spannung eines Diskurses aushalten, können wir echte Alternativen und Optionen entdecken. Carla van Kaldenkerken schreibt in ihrem Standardwerk Wissen was wirkt, dass wir in Teams mit unterschiedlichen Wahrnehmungen und Deutungen der Wirklichkeit konfrontiert sind, und dass es für eine gute Zusammenarbeit unbedingt eine Abgleichung dieser unterschiedlichen Sichtweisen braucht (S. 23).

B) Haben wir den Mut, das Gute sein zu lassen?

"Das Gute ist der Feind des Besseren", hat mal jemand gesagt. Es ist so leicht, die erstbeste Idee anzupacken. Ich kenne diese Versuchung nur zu gut. Aber gerade in den letzten Monaten konnten wir bei uns im Team die beeindruckende Erfahrung machen, dass wir durch mehrere Beratungssitzungen hindurch und unter Einbezug von Querdenker*innen in einem zähen Prozess zu einer völlig anderen, aber viel besseren Lösung kamen, als wir zu Beginn gedacht hatten.

C) Machen wir uns die Mühe, einen Vertrag aufzusetzen?

Klaus Nowak und Manfred Gellert schreiben in ihrem Praxisbuch für die Arbeit in und mit Teams: "Ein gut durchdachter, stimmiger Vertrag deckt unrealistische Vorstellungen und Erwartungen auf und beugt so späteren Enttäuschungen und gegenseitigen Vorwürfen vor." Gerade für Projektteams sind Verträge, die Aufgaben, Rollen und Verantwortlichkeiten in schriftlicher Form festhalten, ein wichtiges Werkzeug, um das angestrebte Ziel verifizieren zu können. Denn es zwingt uns, genau zu formulieren, was wir warum und wie tun wollen.

D) Müssen wir wirklich jetzt entscheiden?

Oft drängen sich Entscheidungen auf, weil Situationen unbefriedigend sind. Wir wollen etwas verändern. Je höher der Druck, umso grösser ist die Versuchung, schnell eine Lösung finden zu wollen. Aber je schneller entschieden werden muss, umso grösser ist das Risiko, eine suboptimale Entscheidung zu treffen. Darum lohnt es sich immer zu fragen, ob wirklich unter diesen Umständen eine Entscheidung getroffen werden muss, ob die Möglichkeit besteht, zeitlich Raum zu schaffen oder ob zum Beispiel bloss eine Teilentscheidung getroffen werden kann.

Es gibt natürlich noch andere Möglichkeiten, um unsere Entscheidungen zu verifizieren, dazu ein anderes Mal mehr. Besonders bei grösseren Projekten wie Strategieentwicklungen, Visionsprozessen oder Teamentwicklungen empfiehlt es sich, einen #Coach oder #Supervisior miteinzubeziehen. Ein professioneller Prozessberater kann das Team durch seine Fachkompetenz unterstützen und helfen, die richtigen Fragen zu stellen und alle Optionen abzuwägen, um den Weg zum Erfolg zu beschreiten.


Was hilft Ihrem Team gute Entscheidungen zu treffen?

Schreiben Sie mir doch einen Kommentar dazu.


Bibliographie:

  • Gellert M. / Novak C. Teamarbeit, Teamentwicklung, Teamberatung, Ein Praxisbuch für die Arbeit in und mit Teams, 5. unveränderte Auflage 2014, Verlag Christa Limmer, Meezen

  • Carla van Kaldenkerken, Wissen was wirkt 2014, tredition GmbH Hamburg

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Mitglied beim Berufsverband für Coaching Supervision und Organisationsberatung

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