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Krisen souverän meistern


Darum geht es:

  • Wie entsteht eine Störung bzw. eine Krise?

  • Wie beeinflusst ein Konflikt unser Handlungsvermögen?

  • Welche Schritte helfen uns als Führungspersonen, die Krise souverän zu meistern?


 

Konfliktklärung


Wie entstehen Krisen oder Konflikte?

Druck und Stress gehören heute zum Arbeitsalltag. Um so wichtiger ist es, dass wir unsere Arbeit möglichst störungsfrei ausüben können. Störungen, Krisen und Konflikte entstehen dann, wenn unterschiedliche Erwartungen aufeinander prallen weil Rollen inkompetent ausgefüllt, Aufträge unprofessionell bearbeitet werden oder Teamkooperationen disfunktional sind.

Kurz gesagt: Wenn Probleme nicht aus dem Weg geräumt werden können.


In der Krise greifen unsere gewohnten Handlungs- und Lösungsmuster zu kurz.

Wir geraten unter Druck, was den Stresslevel erhöht und ein Gefühl der Überforderung auslöst. Durch dieses Gefühl der Überforderung und durch den Wunsch, das Problem schnellst möglich zu beseitigen, setzen wir uns zusätzlich unter Druck. Wir stecken in einer Krise. (Gunter Schmidt : 25)



Wie beeinflusst eine Krise unser Handlungsvermögen?

Gerade dann, wenn wir klare Entscheidungen treffen sollten, sind wir in der Krise gehemmt.

Stress führt zu Verengung, ungesunden Reduktionen und einem Tunnelblick (wie ich es in meinem letzten Blogpost beschrieben habe). Wer sich noch mehr mit dem Treffen von Entscheidungen auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich den Artikel Entscheidungen treffen von Jochen Mai, dem Autor von Die Karriere-Bibel.


Damit wir die Krise konstruktiv und zielführend lösen können, brauchen wir einen offenen, klaren Verstand, eine gesunde Distanz zu uns selbst und der Situation und eine nüchterne Beurteilung der Fakten. Diesen Zustand gilt es in der Krise wiederzuerlangen.



Wie kann ich die Krise souverän meistern?


a) Durchatmen

So banal es klingt: Wenn wir unter Druck geraten, neigen wir zu Kurzatmigkeit und einer gekrümmten Körperhaltung. Wenn irgendwie möglich, sollten wir in stressigen Phasen, mehrmals täglich 5 - 7 Mal hintereinander tief (ca. 5 Sekunden lang) durch die Nase ein- und durch den Mund wieder ausatmen und dabei die Wirbelsäule durchstrecken. Die Atmung durch die Nase fördert unsere Gehirnaktivität (siehe dazu: https://www.brain-effect.com/magazin/atmung-gehirn), was uns hilft, wieder nüchtern und wach zu werden. Zudem ist aus der Meditationspraxis schon lange bekannt, dass tiefes Ein- und Ausatmen einen beruhigenden Effekt auf Seele und Körper hat und dadurch Stresshormone abgebaut werden.


b) Wahrnehmen

Jede Krise hat mit unseren Erwartungen und deren Enttäuschung zu tun. Es gibt einige Fragen die uns helfen zu erfassen, wo wir stehen und wie es dazu kam:

  • Was habe ich erwartet und warum erlebe ich diese Situation als Krise?

  • Mit wem habe ich warum ein Problem?

  • Wie beeinflusst das unsere (Zusammen)Arbeit?

  • Was wäre das Worst-Case-Szenario?

  • Was wünsche ich mir?


c) Entscheiden

Haben wir die Krise erkannt müssen wir entscheiden wie wir damit umgehen. Es ist unsere Aufgabe abzuwägen, was nun notwendig und der Situation angemessen ist. Hier können uns folgende Fragen helfen:

  • Können bzw. müssen wir es jetzt lösen?

  • Wenn nicht jetzt, wann dann?

  • Wer muss involviert werden?

  • Brauchen wir Hilfe vom HR, der Personalentwicklung oder von externen Fachpersonen?


d) Ansprechen

Als nächstes müssen wir mit den betroffenen Personen das Gespräch suchen. Wir sind vielleicht versucht, den dringend nötigen Gesprächen aus dem Weg zu gehen. Das wird die Situation aber nur verschlimmern. Hierbei sollten wir wertschätzend und klar formulieren, was wir erwarten, wodurch diese Erwartungen enttäuscht wurden und welche nächsten Schritte aus unserer Sicht notwendig sind um die Krise zu meistern. Hier ein paar Fragen die zur Vorbereitung der Gespräche helfen könnten:

  • Mit wem muss ich worüber sprechen, um ein Weiterkommen zu ermöglichen?

  • Stimmt meine Beurteilung der Fakten?

  • Habe ich etwas übersehen?

  • Was für Bedürfnisse könnten die MitarbeiterInnen, Stakeholder oder Shareholder wohl haben?

  • Wie könnte(n) ich/wir unter den gegebenen Umständen den Bedürfnissen des Teams oder der Kunden auf andere Weise entsprechen und will ich das?


e) Bearbeiten

Um die Krise zu meistern sollten wir klare Schritte definieren. Die Verantwortlichkeiten für die nächsten Schritte klären. Sowie die nötigen Ressourcen identifizieren und aktivieren. Unter umständen müssen wir weitere Unterstützung anfordern und andere Abteilungen wie das HR die Personalentwicklung oder externe Fachpersonen ins Boot holen, auch dabei können einige Fragen helfen:

  • Was brauche ich als Führungsperson?

  • Was braucht das Team?

  • Wen müssen wir dazu holen?

  • Wer kann wofür Verantwortung übernehmen?

  • ...



Fazit

Eine Krise souverän zu meistern ist möglich. Schon einfach anzuwendende Methoden helfen, die Krise zu bewältigen. Nutzen Sie ihre eigenen Ressourcen, um unter Druck und Stress die richtigen Entscheidungen für sich selbst und die Ihnen anvertraute(n) Arbeit / Mitarbeiter zu treffen.


Sollten ihre bisherigen Interventionen wirkungslos geblieben sein unterstütze ich sie gerne durch ein Coaching, eine Teamentwicklung oder eine Konfliktklärung um die Krise erfolgreich zu meistern.

 

Bibliographie:

  • Gunter Schmidt, Anna Dollinger, Björn Müller-Kalthoff (Hrsg.), Gut beraten in der Krise, Konzepte und Methoden für ganz alltägliche Ausnahmesituationen, Manager Seminare Verlags GmbH, 5. Aufl. 2021


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